Logo – Galerie Salon 13

Kaiserstr.13
63065 Offenbach
Mittwoch + Sonntag
15.00 Uhr – 18.00 Uhr

Hans-Jürgen Herrmann

Herrmann, Hans-Jürgen

Fotografie

Die Fotografie ist für mich das Medium für meine künstlerische Aneignung der Objektwelt.  

Vita

1958 geboren in Bayreuth
1981– 1990 Studium ‘Visuelle Kommunikation’ Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main
1990 Hochschulabschluss als Diplom-Designer
seit 1991 Fotoatelier für Auftragsfotografie und künstlerische Fotografie in Offenbach am Main
1991 Gründungsmitglied der Künstlergemeinschaft "Projekt Bleichstraße 14 H" in Offenbach am Main
seit 2005 Mitglied im BOK

Adresse

Bleichstraße 14 H
D-63065 Offenbach am Main

Telefon 069 814906
Telefax 069 82363991

Mobil 0172 9617856

 

Ausstellungen

 

1990
“müllieu-dokumente”, Galerie Schütz, Frankfurt/M., Einzelausstellung
1990
“malheur”, Hochschule für Gestaltung Offenbach/M., Diplomarbeit
1990
“Der Schatten des Körpers des Fotografen” Hochschule für Gestaltung Offenbach/M., Diplomarbeit
1992
“40 Jahre Deutscher Wetterdienst”, Offenbach/M., Ausstellungsbeteiligung
1992
“Fotografen sehen Schmuck” Köln, Ausstellungsbeteiligung
1993  “Der Traum vom Fliegen” Airportgalerie, Flughafen Frankfurt/M., Deutsche Fototage, Gemeinschaftsausstellung
seit 1993
mehrere Ausstellungen beim Jazz-Forum, Büsing-Palais, Offenbach am Main
1994 “Großstadt-Orte – 40 Jahre Großstadt Offenbach am Main” Kunstverein Offenbach am Main, Einzelausstellung
seit 1998
regelmäßige Teilnahme an den Offenbacher Kunstansichten mit Atelierausstellungen
2005 “Kunstprivat” Tage der Unternehmens-kunstsammlungen in Hessen, Fa. Flexlink, Knolle Societät, Offenbach am Main
2005 “55. Bayreuther Kunstausstellung” Kunstverein Bayreuth, Bayreuth, Gemeinschaftsausstellung
2006 “drei neue” Bund Offenbacher Künstler, Salon Brenner, Offenbach am Main, Gemeinschaftsausstellung
2006 "format 80" Bund Offenbacher Künstler, Haus der Stadtgeschichte, Offenbach am Main, Gemeinschaftsausstellung
2007 "Heimat" Bund Offenbacher Künstler, Salon Brenner, Offenbach am Main, Gemeinschaftsausstellung
2007 "OF-Kunst" Kunst-Raum-Mato + Bund Offenbacher Künstler, Mato Fabrik, Offenbach am Main, Gemeinschaftsausstellung
2008 "Lichttempel und Flugzeugschatten" luminale 2008, Heyne-Kunst-Fabrik,  Offenbach am Main, Gemeinschaftsausstellung
2008 "durchstarten" IHK Offenbach, Offenbach am Main, Gemeinschaftsausstellung
2009 "Migrations - der fremde Blick" Ausstellungsraum Eulengasse 65, Frankfurt am Main, Gemeinschaftsausstellung
2010 "Botanische Welten" Verhaltenstherapie Ambulanz, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Einzelausstellung
2010 "Schattenhell" Heyne-Kunst-Fabrik,  Offenbach am Main, Gemeinschaftsausstellung
2011 "Botanische Welten", Marburger Bund Hessen, Frannkfurt am Main, Einzelausstellung

Auszeichnungen

1991 EUROPEAN KODAK AWARD,
"Der Schatten des Körpers des Fotografen"
Anerkennung

Kulturpreisträger 1999 der Stadt Offenbach am Main,
als Mitglied der Künstlergemeinschaft "Projekt
Bleichstraße 14 H e.V."

 

TEXTE ZU DEN BILDERN

Großstadt-Orte

Am 18.August 1954 wurde im Offenbacher St.Josefsheim der hunderttausendste Bürger der Lederstadt geboren. Hierdurch trat Offenbach als 48ste Stadt in den Kreis der westdeutschen Großstädte ein. 1994 jährte sich dieses Ereignis zum vierzigsten Mal. Ein Jahrestag der mir damals die Gelegenheit gab mich mit der Geschichte Offenbachs als Großstadt zu befassen.
Offenbach hat ein markantes Gesicht. Der stetige Wandel ließ Orte entstehen, welche die Stadt als unverwechselbar erscheinen lassen. Aufschwung, Wohlstand, Verkehrs- und wirtschaftliche Entwicklung, Wettbewerb und viele weitere Faktoren ließen Offenbach zu einer Großstadt mit heute weit über einhunderttausend Einwohnern werden.
Die vierzig Jahre bis 1994 waren aber nicht nur die Geschichte eines Aufbaus, sondern auch die Geschichte des Verschwindens. Kriegslücken wurden zwar geschlossen, Straßen verändert, aber selbst Gebäude die seit 1954 gebaut wurden haben sich verändert oder sind heute gar nicht mehr vorhanden.
Bedient man sich der Photographie als Aufzeichnungsmedium, so bietet sie die Möglichkeit zur Dokumentation von Ereignissen und Zuständen, womit der Blick auf ein photographisches Bild jedoch auch immer ein Blick zurück auf Vergangenes ist.
"Großstadt-Orte" ist der Titel der Arbeit, in der ich mich mit den vierzig Jahren von Offenbach als Großstadt beschäftigte. Für jedes Jahr seit 1954 lässt sich in der Stadt ein Ort (wieder)finden, der für das Großstadtsein Offenbachs stehen kann. Diese Orte in Offenbach suchte ich auf, photographierte sie, zeichnete sie in ihren Zustand von 1994 auf: eine Art photographische Bestandsaufnahme.
Als Leitfaden meines Vorgehens bediente ich mich der 'Offenbacher Regesten'. Diese Aufzeichnungen stellen den Versuch dar "die gesamte Breite des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Geschehens zu erfassen und entsprechend der Bedeutung für die Stadtgeschichte wiederzugeben". So finden sich in diesen Aufzeichnungen Ereignisse aus Offenbach, wie die Fertigstellung von Gebäuden oder Straßen, politische und wirtschaftliche Veränderungen, wie Ergebnisse von Wahlen oder Schließung von Betrieben, Auswirkungen von Naturkatastrophen, Kriminalvorfälle, kulturelle Ereignisse, öffentliche oder gar privat erscheinende Vorkommnisse.
Aus diesen Aufzeichnungen habe ich mir meine 'Großstadt-Orte' ausgesucht. Orte an denen sich Großstadtgeschichte zugetragen hat, Orte die eigentlich als Denkmäler der Großstadt-geschichte Offenbachs bezeichnet werden können.
Auf den Tableaus finden sich die Originalzitate aus den Offenbacher Regesten zusammen mit der entsprechenden Jahreszahl an der Seite meiner Großstadt-Orte.

 

Der Schatten des Körpers des Fotografen
Der Schatten des Körpers des Fotografen kann als eine Art Signatur bei der ‚Inbesitznahme' der sichtbaren Welt durch das fotografische Medium angesehen werden. Als Spur für ein Selbstbildnis verleiht der Fotograf durch seinen Schatten, durch die Markierung des Vorübergehens, dem Bild persönlichen Ausdruck und damit Bedeutung. Als Signatur des Fotografen ist sein Schatten, als Spur des Vorübergehens, auch der Eindruck von Zeit. In der festgehaltenen Zeit einer Fotografie wird so der Schatten zur Metapher der vorübergehenden Zeit, des Augenblicks - des Augenblicks einer Fotografie. Als Signum des Fotografen ist der Schatten somit die Wiederholung des Augenblicks einer Fotografie. Er ist die Vergegenwärtigung des Mediums Fotografie in einer Fotografie: der Augenblick im Augenblick.

 

Flugzeugschatten
(Lambda-Print auf Alu-Dibond)
Ausgangsmaterial für die Flugzeugschatten sind am Computer bearbeitete und zusammengestellte digitale Fotoaufnahmen von Schattenwürfen aufblasbarer Flugzeugmodelle. Die Zusammenstellung am Computer erfolgte zuerst wie bei den Multisequenzen. Weitere Varianten ergaben sich durch die Möglichkeit der nachträglichen Freistellung der Einzelelemente, sowie der Grauabstufung und Schichtung der Ebenen.
Als zweidimensionaler großformatiger Lambda-Print und als dreidimensionales beleuchtetes Großdiaobjekt lässt ihr starker grafischer Charakter spielerische wie auch bedrohliche Assoziationen zu.

 

Calabona-Ruhezeit
(Pigmentdruck auf Karton)
Ein schöner Sandstrand, blauer Himmel, einsam, menschenleer, bereit für den Urlaub. Eine einsame Küste, menschenverlassen, kahle Stämme, keine Vegetation, ohne Leben, aufgewühlter Boden, bleiernes Meer. Surreal anmutende Situationen: es herrscht Ruhe, doch ist es eine angenehme, friedliche Ruhe? Ist es die Ruhe vor dem Sturm oder 'after the bomb'? Viele weitere Assoziationen sind möglich bei den Bilder der Serie Calabona-Ruhezeit, von Wohlbefinden bis hin zu drohender Gefahr.
Ein bestimmter Strandabschnitt auf Mallorca, eben der von Cala Bona, wurde von mir während zweier vierzehntägiger Aufenthalte (2002 und 2003) mit seinen Veränderungen (Saisonvorbereitungen, Wetterwechsel, etc.) fotografiert, oft mehrmals am Tag . Neben eigenständigen Einzelbildern ergaben sich über die beobachteten Zeiträume hinweg Bildgruppen, deren Einzelbilder am Computer inhaltlich und formal aufeinander abgestimmt wurden.

 

Multisequenzen
(analoges Fotomaterial auf Karton)
Die einzelnen Multisequenzen entstehen aus der mehrfachen Wiederholung einer bestimmten fotografischen Raum-Zeit-Sequenz. Die aneinander gereihten, systematisch oder frei assoziativ zusammengestellten Einzelaufnahmen ergeben auf den Tableaus eine dynamische, rhythmische Struktur.
Die ersten Multisequenzen entstanden 1986 aus Kontaktabzügen von Kleinbild-Fotoaufnahmen für einen Animationsfilm. Die späteren Arbeiten wurden aus Einzelbildern von 6x6cm-Fotokontaktbögen zusammengestellt. Eine Weiterentwicklung der Multisequenzen findet 2002 in den Flugzeugschatten statt.