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Kaiserstr.13
63065 Offenbach
Mittwoch + Sonntag
15.00 Uhr – 18.00 Uhr

Karin Nedela

Nedela, Karin

Fotografie

Vita

geb. 1955 in Sydney
Kindheit & Jugendzeit in Australien, den USA und Deutschland
1982 - 89 Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main/Diplom
ausgedehnte Reisen in Europa, Asien und Australien
seit 2002 Mitglied im BOK
sowohl photographische wie schriftstellerische Arbeit
lebt in Offenbach am Main

Adresse

Herrnstr. 14
63065 Offenbach a.M.
069 - 881222

Karin Nedela zu ihren Photographien:

Imaginär-historische Porträts

Ob historische Personen oder Gestalten aus der Mythologie, diese Photoporträts sind eine Auseinandersetzung mit der Überlieferung und der Imagination. Ein Spiel mit kunstgeschichtlichen Zitaten und historischer Tradition, von Fakt und Phantasie, manchmal gewürzt mit Ironie, (fast) immer geprägt durch Sympathie.

Meine bevorzugten ‚Modelle‘ sind mehr oder weniger bekannte Frauen aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit, z. B. die Kaiserin Theophano, das tatkräftige Fräulein Maria von Jever, oder die bemerkenswerten Damen aus der englischen Tudor Dynastie wie der großen Königin Elizabeth I. und der tragischen Lady Jane Grey. Auch die sechs Frauen Heinrichs des VIII. sind vertreten - und Anna von Kleve ist gar nicht hässlich - was ja auch schon Hans Holbein wusste.

Die Arbeit an diesen Bildern ist sehr aufwändig : zuerst wird die historische Gestalt entdeckt, oder besser gesagt, sie entdeckt mich. Danach ist intensive Recherche über Charakter, Aussehen, Lebensumstände angesagt. Dann kommt der schwierigste Teil, ein Modell muss ‚gecasted‘ werden, eine Frau gefunden die sowohl vom Aussehen wie auch von der Ausstrahlung her das historische Vorbild verkörpern könnte.

Mit entsprechenden Kostümteilen (meistens selbst hergestellt) und anderen Requisiten wird eine entsprechende zeitliche Anmutung erzeugt. Aber meine Arbeit soll keine Reproduktion sein. Charakterliche Facetten wie Stärke, Mut, Leiden, Humor oder auch Arroganz und Narzissmus zu zeigen sind mir wichtiger als eine detailgetreue Nachstellung. Ganz im Gegenteil: oft arbeite ich mit Übertreibung, Überzogenheit, einer Parodie der klassischen Porträtdarstellung.

 

Bemerkungen zu den Portraits

Elizabeth I. 1595 / 2003 (1533 - 1603)

Tochter Anne Boleyns und Heinrichs VIII. Musste ihr Leben lang gegen den Vorwurf der Illegitimität ankämpfen (besonders von Seiten der katholischen Mächte Europas). Äussert intelligent, gebildet und durchaus intrigant, setzte sie ihre kluge, England als Weltmacht begründende Politik durch. Einer Ehe ging sie Zeit ihres Lebens aus dem Wege. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht fast schon gott-ähnlich verehrt (vor allem nach dem Sieg über die spanische Armada), wurde Elizabeth gegen Ende ihres langen Lebens als Mutter ihres Volkes angesehen.


Margarethe von Österreich 1510 / 2002
(1480 - 1530)

Tochter Kaiser Maximilians I.; nach zweimaliger Witwenschaft Generalstatthalterin der Niederlande für Kaiser Karl V.; große Diplomatin und Politikerin; liess Klosterkirche von Brou als Grabmal für sich und ihren 2. Mann Philipp von Savoyen bauen

Katherina von Medici und vier ihrer Kinder - Charles IX., Henri III., Francois d‘ Alencon und Margot de Valois - 1572 / 1997
Der kurze Platz reicht leider nicht aus, um dieser Schar auch nur ansatzweise gerecht zu werden.

Anne of Cleves 1540 / 1994
Ausschnitt, aus der Serie „The Six Wives of
Henry VIII." (1515 - 1557)

Einzige auf rein politischer Basis geschlossene Ehe Heinrichs. Obwohl von Zeitgenossen als anziehend beschrieben, gefiel sie dem König nicht. Er liess sich nach sechs Monaten auf Grund‚ körperlicher Inkompatibilität‘ scheiden. Großzügig abgefunden, lebte Anna glücklich und zufrieden am englischen Hofe, mit dem Titel ‚des Königs geliebte Schwester‘.

 

Reisephotographien

„Travel is the saddest of the pleasures", zitiert der große Reiseschriftsteller Paul Theroux in seinem Roman ‘Picture Palace' Graham Greene: das traurigste der Vergnügen.
Heutzutage scheint man ja das Wort „Reisen" nur mit Vergnügen und nicht mit Traurigkeit in Verbindung bringen zu wollen. Die englische Sprache ist da vielschichtiger: „travel" ist eng verwandt mit „travail", welches ‘schwere Arbeit' oder „Last" bedeutet (vielleicht gibt es deswegen so viele englischsprachige Reiseschriftsteller?). Und was ist die Last und das Vergnügen des Reisens? Die Einsamkeit, das Fremdseins, das Ausgeschlossensein. Das Alleinsein, der Blick auf das Fremde, das Erkennen.

„Reisen" als Bewegung in Raum und Zeit, Begegnung, Fremdheit, das Gefühl, nicht dazu zu gehören, flüchtige Momente von Illusion oder plötzlicher Erkenntnis.
Auf vielen Bildern sind Menschen oder Spuren von ihnen, oft sind sie jedoch durch Bewegungsunschärfen kaum zu erkennen, sehr fern oder hinter erleuchteten Fenstern und in fahrenden Autos verborgen, als Existenz, aber nicht als Individuen spürbar.
Wichtig ist der Kontrast der Photos zueinander: ‚traumhafte‘, unwirklich erscheinende Situationen mit extremen Lichtverhältnissen, Wischeffekten, etc. stehen im Gegensatz zu scharfen, eher ‚realistischen‘ Abbildungen. Die Reihenfolge der Photographien ist assoziativ, wie eine Jazzimprovisation.

In den beiden Schwerpunkten meiner photographischen Arbeit, Reisephotographien und imaginär-historischen Porträts, sehe ich keinen Widerspruch: so gern ich in der realen Welt reise, so gern reise ich in der Geschichte
( und gebe manchen der dort getroffenen ein ‚neues Gesicht‘).

Einzel- (E) und Gruppenausstellungen (G) /Auswahl

2006 Kunstraum Bahnhof Frankfurt-Mainkur „Red Rose, White Rose“ (E)
2005 Galerie Storkower Bogen, Berlin „Starke Frauen“ (G)
Haus der Stadtgeschichte, Offenbach „Umkehrung“ (G)
frauen museum wiesbaden (E) „Ihr Angesicht“
2004 Salon Brenner, Offenbach/Main (E) “Offenbach mon amour”
2003 Galerie Zement, Frankfurt/Main (E) “Queens, Princes, Ladies & the Threads of Fate”
2002 Goethe Institut, Frankfurt/Main (E) “Bliss – Die schönste Einsamkeit”
dlm Deutsches Ledermuseum, Offenbach/Main (G) “was bleibt”
2000 Salon Brenner, Offenbach (E) “Walkabout –Mosaik einer Überlandreise”
1999 Salon Brenner, Offenbach /E) “Vergessen Sie doch die Rosen!”
1993 Neuer Kunstverein, Aschaffenburg (G) “Widerpart – Künstler im Dialog”
Centre de la Photographie, Genf (G) “Die sieben Todsünden”
Circulo Fotografico de Pellegrin, Riva del Garda (E) „Reisephotographien“
Kunstverein Offenbach/Main (E) “Männer 1:1”
Partizipation am B2B Projekt von Jan-Holger Mauss, Hamburg,

Ankäufe:

Amt für Wissenschaft und Kunst, Frankfurt a.M.:
Stadtmuseen Wiesbaden;
sowie Privatsammlungen

Veröffentlichung (u.a.):

Amely Bölte/Selbstporträt 2005
In „Sieben Frauen-Sieben Leben-Sieben Geschichten" von Beatrixe Klein
„Herzkönigin im Wunderland" - Roman Fischer Taschenbuchverlag , Frankfurt/Main 1995