Logo – Galerie Salon 13

Kaiserstr.13
63065 Offenbach
Mittwoch + Sonntag
15.00 Uhr – 18.00 Uhr

Film / Vortrag / Lesung

150 m. vom Hauptbahnhof OF entfernt

1. Vierteljahr 2012   ausgewählte Kunstfilme: 

am Mittwoch den 8. Februar

„Thinking on jour feet – sehen ist denken“ Richard Serra

Film von Maria Anna Tappeiner  2005 – 2007, Englisch mit dt. Untertiteln, Dt. Voice-Over , 94 und 43 Min.

Richard Serra (geb. 1939 in San Francisco) ist einer der bedeutendsten lebenden Bildhauer. Neben seinen vertikalen Außenskulpturen wie die documenta Arbeit »Terminal«, die seit den 1970er Jahren entstehen, entwickelt Serra seit gut zehn Jahren riesige Skulpturen aus Kurven und Rundungen (z. B. die »Torqued Ellipses«). Durch ihre Größe und die ungewöhnliche Formgebung stößt die Herstellung an die Grenze des Machbaren. Als Höhepunkt dieser Werkgruppe entsteht 2005 die raumgreifende Installation »The Matter of Time« für das Guggenheim Museum Bilbao, bestehend aus sieben monumentalen Stahl-Skulpturen mit einem Gesamtgewicht von 1.208 Tonnen. Auch neue Skulpturenprojekte werden vorgestellt. Neben ausführlichen Interviews mit Richard Serra kommen sein Galerist und Weggefährte Alexander von Berswordt, der Komponist und Studienkollege Philip Glass sowie die Sammler Steve Oliver und François Pinault zu Wortospektive (RICHARD SERRA: FORTY YEARS, 3. Juni bis 10. September 2007).

 

 

am Mittwoch den 21. März

Fischli & Weiss 

„Der Lauf der Dinge“, Schweiz 1987, 30 Min.

Es geht in diesem Film natürlich auch um das Problem von Schuld und Unschuld. Ein Gegenstand ist schuld, daß es nicht weiter geht, und auch schuld, wenn es weitergeht.
Es gibt ein eindeutiges RICHTIG bei unseren Versuchen; das ist, wenn es funktioniert, wenn dieses Gestell zusammenbricht. Dann gibt es noch ein SCHÖN gleichsam über diesem RICHTIG; das ist, wenn es knapp wird oder wenn dieses Gestell zusammenbricht, wie wir es wollen, nämlich langsam und kompliziert, dann ist es schön zusammengebrochen. Also liegt die Ästhetik auf dem Funktionieren drauf wie die Butter auf dem Butterbrot, ziemlich dünn und gleichmäßig. Falsch ist, wenn die Sachen ganz von selbst loslegen und falsch ist, wenn sie gar nicht losgehen. Der Bereich von RICHTIG (oder dem, was man moraltheologisch auch als GUT bezeichnet) ist bei uns also wahnsinnig schmal. Auch GUT und BÖSE liegen oft sehr nah beieinander, z.B. wo die Kerze auf der Schaukel die Zündschnur anzündet. Kerze und Schaukel sind eher gut, weil lieb und kindlich, und die Zündschnur ist böse, denn für etwas Harmloses brauchst du sie ja nicht. Anders betrachtet, ist bei uns jeder Gegenstand gut, wenn er funktioniert, denn er befreit den nächsten, gibt diesem die Möglichkeit zur Entfaltung. Nicht destruktiv.
Fischli/Weiss

Diese artistische Versuchsanordnung alltäglichster Dinge ist eine Kettenreaktion, ein kontrolliertes Happening nach den Gesetzen der Physik und Chemie, den Notwendigkeiten und Zufällen einer prekären Situation, die man auch als »Ordnung aus Schwankungen« bezeichnen kann. Die Kamera folgt fasziniert dem Ereignis, das seinen »Lauf nimmt« und (fast) ohne Schnitt einen 1/2-stündigen Prozeß dokumentiert. Mit diesem Video landeten Fischli/Weiss einen der Publikumsrenner der documenta 8.


am Mittwoch den 28. März 

„Playtime“, (Tatis Herrliche Zeiten), Regie  Jacques Tati   1968, Frankreich/Italien, 120 Min.   

Poetisches Drama über Monsieur Hulot und dessen Schwierigkeiten sich in der modernen Welt zurechtzufinden. Beim Versuch einen amerikanischen Beamten in Paris ausfindig zu machen, stürzt Monsieur Hulot in tatitypischer Art und Weise die halbe Stadt ins Chaos.